Inkontinenz nach Geburt – was jungen Müttern wirklich hilft

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Inkontinenz nach Geburt – was jungen Müttern wirklich hilft

Das Problem kennen viele Mütter: Beim Niesen, Husten, Hüpfen oder Lachen hält die Blase nicht immer dicht und schon landen ein paar Tröpfchen Urin im Slip. Inkontinenz nach Geburt ist ein häufiges Problem von Frauen. Laut Statistik leiden rund 1/3 der Mütter an Inkontinenz nach der Geburt im ersten Jahr. Was hilft Müttern wirklich und mit welchen Therapien und Produkten kann diese behandelt werden?

Inkontinenz nach Geburt – mit Kaiserschnitt verhindern?

Obwohl die Geburt für den Beckenboden eine zusätzliche Belastung ist, ist die Hauptursache der Inkontinenz eher die Größe des Babys, das stark nach unten drückt. Mediziner sind sich einig, dass ein Kaiserschnitt keine Lösung für eine mögliche Inkontinenz nach Geburt darstellt. Bei einer Kaiserschnittgeburt wird zwar der Beckenboden etwas geschont, doch eine solche Geburt bringt auch die üblichen Risiken und Probleme mit sich. Für Mütter und Kinder sind die Vorzüge einer natürlichen Geburt deutlich größer als die Vorteile eines leicht gesenkten Inkontinenz-Risikos.

Inkontinenz nach Geburt – ein unangenehmes Thema

Die Betroffenen leiden meist still, denn ihre Blasenschwäche ist den jungen Müttern häufig sehr unangenehm. Die häufigste Ursache für Inkontinenz nach Geburt ist die Belastungsinkontinenz, häufig auch als Stressinkontinenz bezeichnet. Ihre Verursacher sind also die Geburt und die Schwangerschaft selbst, doch dazu kommen auch das Alter und eine gewisse Veranlagung der Frau. Mit einer schwachen Blase haben junge Mütter in der Regel nur selten Probleme. Der Anteil der betroffenen Frauen steigt mit Eintritt der Menopause. Für den Beckenboden sind die Geburt und die Schwangerschaft eine enorme Belastung, denn das Gewebe wird überdehnt und lockert sich. Auch Schwangerschaftshormone sorgen dafür, dass Sehnen und Bänder weicher und nachgiebiger werden. Wenn das Baby durch den Geburtskanal gepresst wird, werden die Muskeln nochmals extrem gedehnt.

Beckenbodentraining hilft Müttern bei Inkontinenz

Auch hier lautet die Regel: Ohne Fleiß kein Preis! Wenn Frau schon während der Schwangerschaft beginnt, ihren Beckenboden zu trainieren, so wird sie später deutlich weniger Probleme haben. Das Beckenbodentraining macht Frauen häufig keinen Spaß und ist sehr mühsam. Es gibt schließlich noch viele andere wichtige Sachen, um welche sich junge Mütter mit ihrem Baby noch kümmern müssen. Wenn Frau aber auch sechs Monate nach der Geburt das Gefühl hat, dass Ihr Beckenboden nicht entsprechend arbeitet, sollte sie sich nicht davor scheuen, ihren Gynäkologen anzusprechen.

Mittel die Inkontinenz nach Geburt heilen können

Muskeln lieben Training und der Beckenboden stellt einen Muskel dar! Wenn Sie mit der Rückbildungsgymnastik ein paar Wochen nach der Geburt anfangen und fleißig trainieren, kann sich das Problem der Blasenschwäche häufig schnell wieder bessern. In diesem Fall heißt fleißig: Mindestens ein Vierteljahr zwei Mal täglich üben. Sie können die Beckenbodenübungen überall machen – auch abends im Bett oder in der U-Bahn. Die Bedingung ist aber natürlich, dass Sie Ihren Beckenboden gezielt aktivieren und spüren können.

Nicht immer sind die Methoden erfolgreich

Nicht bei allen Frauen kann sich der Beckenboden vollständig erholen. In späteren Jahren kommt zu der durch Geburt und Schwangerschaft gedehnten Muskulatur auch ein weiteres Problem dazu, nämlich dass das Gewebe grundsätzlich im Lauf der Jahre sowieso schwächer wird. „Üben und nur üben“ – lauter hier der Tipp von Experten. Für immer und nicht nur einige Monate lang. Obwohl es hart klingt, ist dies häufig der einzige Weg für die Frau, die Blasenschwäche selbst in den Griff zu bekommen.

Was tun, wenn Beckenbodengymnastik alleine nicht genügt?

Haben Sie keine Angst einen Urologen aufzusuchen, wenn Sie trotz regelmäßigen Übens mit dem Zurückhalten Probleme haben, da dieser über bessere diagnostische Möglichkeiten verfügt als ein Gynäkologe. Vielleicht liegt das Problem neben der Belastungs- und Stressinkontinenz auch in einer Drang-Inkontinenz. Es handelt sich dabei um eine Störung des Zusammenspiels des Gehirns und der Blase. Im Unterschied zur Belastungsinkontinenz, lässt sich diese Form mit Medikamenten zwar meist gut behandeln, jedoch nicht ohne Nebenwirkungen.

Der behandelnde Arzt kann bei mittlerer bis starker Inkontinenz eine Physiotherapie bei einer qualifizierten Therapeutin oder einem Therapeuten verschreiben. Bio-Feedback (Lancy Femiscan) oder Elektrostimulation kann bei manchen Physiotherapeuten oder auch diskret zu Hause durchgeführt werden (LANCY Cefar Peristim, LancyCombi+++). Der Muskel wird bei der Elektrostimulation durch elektrische Stromimpulse trainiert. Diese Methode ist besonders sinnvoll, wenn die Nervenbahnen durch eine schwierige Geburt geschädigt wurden, das Gefühl für den Beckenboden eingeschränkt ist oder die Muskeln extrem untrainiert bzw. geschädigt sind.

Operative Therapie gegen Inkontinenz nach Geburt

Wenn alle diese Maßnahmen keinen Erfolg zeigen, versuchen Ärzte mit Medikamenten die Blasenschwäche zu kontrollieren. Wirkstoffe wie z. B. Duloxetin sorgen dafür, dass sich der Schließmuskel der Harnröhre zusammenzieht. Das Medikament sollte, wegen möglicher Nebenwirkungen, mit langsamer Erhöhung der Dosis eingenommen werden. In der Apotheke sind ebenfalls Inkontinenztampons, Inkontinenzslips und saugfähige Vorlagen erhältlich. Gynäkologen sind allerdings der Meinung, dass Einlagen auf Dauer keine Lösung sind. In besonders schweren Fällen, wenn keine andere Therapie hilft, kann Frau eine Operation in Betracht ziehen. Bei dieser wird um die Harnröhre oder Blase ein stützendes Kunststoffband gelegt.

Inkontinenz nach Geburt – eine psychische Belastung

Ein weiteres Problem ist, dass Partner ungern über solche vermeintlich unangenehmen Probleme reden. Für Frauen ist der erste Ansprechpartner häufig der Frauenarzt, doch auch manche Ärzte mögen über dieses Thema nicht ausführlich reden. Die beste Lösung für dieses Problem ist meist eine erfahrene neutrale Person oder ein speziell dafür ausgebildetes Team wie Lancy.

Professionelle Hilfe

Zusätzlich kann ein Paarberater Ihnen dabei helfen, etwas auszusprechen, was Sie bisher nicht selbst sagen konnten. Eine Paarberatung ist nicht nur für Paare im Trennungsprozess beabsichtigt. Lösungen werden gemeinsam gefunden, vielleicht in nur wenigen Sitzungen oder in kleinen Schritten.

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